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Neujahrspaddeln 2013

Das Neujahrspaddeln 2013 war etwas weniger gut besucht als in den Vorjahren, der mittags noch anhaltende Regen oder lang anhaltende Silvesterparties haben vermutlich sechs der acht (sicher oder nur vielleicht) angemeldeten Interessenten dann doch zu Hause bleiben lassen.

Dennoch wurde es bei immerhin 8 Grad plus und etwas Nieselregen eine eher herbstlich anmutende, eisfreie nette Tour nach Kuhsiel.

Die Paddelsaison 2013 ist somit also eröffnet!

Freimarktsregatta 2012

Bereits zum 40. Mal fand am 21.Oktober 2012 das Kanurennen zur Freimarkts-Saison auf der Ochtum in Bremen statt. Der NSB war dieses Jahr mit 8 Starts und 4 Medaillenplätzen dabei.

Nachdem Tristan und Daniel (unser Paddelnachbar vom CVJM) am Samstag schon alle Boote auf den Bootshänger geladen hatten, konnten Sebastian und Nele am Sonntagmorgen entspannt um 7:30 Uhr zur Rennleitung bzw. dem Zieleinlauf an der Ochtum fahren. Bei der einen oder dem anderen machte sich bei der Ankunft gegen halb 9 schon eine gewisse Nervosität bemerkbar, schließlich sollte das erste Rennen mit NSB-Beteiligung um 8:50 starten… und zwar ca. 3 km vom Zieleinlauf entfernt! Der vom Veranstalter eingerichtete Shuttle-Service zum Rennstartort war nämlich auch schon abgefahren. Nach kurzer Lagebesprechung haben wir uns entschieden mit allen Booten und den Startnummern zum Startort des 3000 m Rennen zu fahren. Bei Ankunft blieb gerade noch Zeit, die Boote zum Wasser zu tragen und mit einer vernachlässigbaren Verspätung von 2 Minuten konnte unser Vorsitzender Sebastian ins 3000 m Rennen der Klasse „Senioren A“ (= Ü32) starten. Was man ihm erst im Ziel verriet: Die Steueranlage seines Seekajaks durfte nicht eingesetzt werden. Da er jedoch Zweiter von zwei war, konnte zumindest ein unfairer Wettbewerbsvorteil ausgeschlossen werden. Wichtiger war es, Tristan noch rechtzeitig vorzuwarnen, der kurz darauf mit dem gleichen Boot für das 6000 m Rennen an den Start ging. Zuvor paddelte Nele gegen die starke Konkurrenz über die 3 km auf den 3. Platz (von 3).

Für die Taifun-Klasse (das sind Kunststoffboote, von denen eigentlich jeder Verein noch ein paar im Bootslager hat), ging der NSB mit vier Teilnehmern an den Start. Alle haben auf den 500m ordentlich Gas gegeben und sich mit den anderen Startern ein packendes Rennen geliefert. Beim Taifun-Rennen starten nämlich immer 3 Kajaks gleichzeitig, während bei den Langstreckenrennen mit einer Minute Abstand gestartet wird. Felix konnte die schnellste NSB-Zeit erpaddeln und sicherte sich den 2. Platz, Tristan folgte kurz darauf auf den 3. Platz.

Für das abschließende C7-Rennen – also ein Canadier mit 7 Paddlern an Bord – haben Tristan, Florian, Nele, Felix, Johannes, Sebastian und Daniel nochmal alles gegeben und sind mit einer Zeit von 2:13:06 auf den 7. Platz gepaddelt. Im Tausch gegen zwei unserer stärksten Kanuten, die für den CVJM zuvor bereits im C7 er gestartet sind, hat uns Daniel vom CVJM als Steuermann so gut angefeuert, dass wir (jedenfalls gefühlt) richtig schnell waren.

Das Wetter wurde zunehmend schöner und die Bratwurst und das Bier schmeckten umso besser. Nach der Siegerehrung und mit einem Freimarktherz um den Hals bestaunten wir das üppig ausgestattete zweistöckige Bootshaus vom gastgebenden Verein Warturm. Vielleicht sollten wir in Erwägung ziehen, auch so eine tolle Veranstaltung zu organisieren…

Text: Nele
Fotos: verschiedene Personen

Harriersand-Umrundung

Um kurz nach 9 Uhr trafen sich 7 fast schon wache Paddler am Bootshaus um die Kajaks für die Harriersandumrundung auf den Anhänger zu laden.
Wie immer ein wenig zu spät machten wir uns auf den Weg nach Sandstedt, wo sich noch Paddler Nummer 8 dazu gesellte und es passend zur Ankunft das erste mal geregnet hat.

Auch wenn der Himmel ein paar blaue Lücken aufgewiesen hat, war es leider nicht das letzte mal, dass wir an diesem Tag nass geworden sind.
Motiviert stiegen wir neben dem Fähranleger Sandstedt-Brake in die Kajaks und fuhren mit den ersten Sonnenstrahlen südlich durch das Naturschutzgebiet „Rechter Nebenarm der Weser“ zwischen Festland und Harriersand.

Nach 2 kleinen Pausen auf dem Wasser gab es noch einen Regenschauer, bei dem wir feststellen mussten, dass nicht jede Regenjacke jedem Regenschauer standhalten kann. Aber passend zur Pause an der Südspitze von Harriersand ließ sich auch die Sonne wieder blicken. Ebenso ein Seehund, der neugierig in unsere Richtung guckte sich dann aber doch dafür entschied, an einer andere Stelle an Land zu gehen.

Nachdem die Weser ihre FLießrichtung wieder gen Nordsee geändert hat, stiegen wir wieder in die Kajaks und fuhren auf der Weser, mit Ausnahme eines kleinen, letzten Regenschauers, bei strahlendem Sonnenschein zurück nach Sandstedt.


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Text: Tristan
Fotos: Sebastian

Die Elbe ruft…

Zwei unglaublich Jahre hat es gedauert bis diese Tour stattfinden konnte. Mehrere geplante Elbtouren wurden aufgrund von zu viel Wind, Gewitter und anderen Unpässlichkeiten jeweils abgesagt oder auf andere Flüsse verlegt (Wümme, Ochtum, Weser). Gut Ding braucht Weile und dieses Jahr wurden wir nicht enttäuscht:
Freitagabend Treffen am Stader Sand. Im strömenden Regen fahre ich direkt nach der Arbeit los und hoffe, dass niemand wegen der schwarzen Wolken zu Hause geblieben ist. Das Wetter soll super werden, hat das Internet versprochen! Ein NSBler, zwei Warturmer und zwei Stader wollen mit und es tauchen auch tatsächlich alle auf. Vereinsübergreifende Fahrten sind immer etwas spannendes. Die Sonne bricht durch die Wolken und wir hieven die schwerbeladenen Gepäckboote in die Schwinge. Nach ein paar Paddelschlägen sind wir auf der Elbe. Jetzt fängt der Urlaub an.

Die Flut schiebt uns zügig Richtung Hamburg und eine frische Brise aus NW versorgt uns mit angenehmen achterlichen Wellen. Wir teilen uns die Elbe mit den üblichen großen Schiffen, Seglern und Motorbooten und paddeln an Steuerbordtonnen, Leuchttürmen und an Lühesand mit den großen Strommasten vorbei. Das ist “meine” Elbe und ich freue mich sehr, dass die Elbtour endlich wahr geworden ist. Dann kommt Hanskalbsand in Sicht. Am schönen Sandstrand des Nordufers gegenüber von Wedel/ Schulau gehen wir an Land und machen es uns gemütlich. Zelte aufbauen und ein Wurfsack als Wäscheleine. Während die Sonne in leuchtenden Farben hinter DOW Chemical und dem abgeschalteten AKW Stade untergeht, bringen wir ein kleines Feuer und den Grill in Gang. Durch Stockbrot wird die Lagerfeuerromatik noch abgerundet, fehlt nur die Gitarre.
Einer kleinen Nachtwanderung sind auch erwachsene Paddler nicht abgeneigt und so erkunden wir mit Sternenlicht und Taschenlampen den Strand und ein paar Trampelpfade. In einem kleinen Waldstück reflektieren plötzlich zwei Augen auf einem Baum im Schein der Taschenlampe und rühren sich kein Stück. Wir sind irritiert und halten inne. Was ist das? Die Neugierde siegt und als wir näherkommen, stellen wir verblüfft fest, dass es sich um aufgeklebte Reflektoren handelt. Weiter hinten tauchen weitere Augen auf und wir verfolgen die Fährte über einige Zeit. Doch die Insel ist 9 km lang und irgendwann geben wir auf und wandern am Strand entlang zurück. Der Wind hat nachgelassen und nur kleine Wellen schwappen auf den Sand.

Am nächsten Morgen ist der Himmel blau und nur ein paar Schäfchenwolken spenden ab und zu wohltuenden Schatten. Hauke (Warturm) ruft nach dem Frühstück seine Freundin in Steinkirchen an. Sie hat nämlich angeboten, dass, wenn uns irgendetwas fehlen würde, sie es uns bringen könnte – und, wir haben kein Bier mehr für den zweiten Abend! Die Übergabe von zwei Sixpacks geschieht vor den staunenden Augen diverser Touristen am Lüheanleger.
Wenig später queren wir das Fahrwasser und wechseln auf die Nordseite der Elbe. Wir paddeln flott mit dem Strom Richtung Westen und überholen sogar den ein oder anderen Segler, der kein Wind in den Segeln hat. Am Dwarsloch verabschieden wir die beiden Stader Kanuten, die leider keine Zeit haben uns weiter zu begleiten. Zu viert geht es weiter.

Die Landschaftsstimmung wandelt sich; wir sind in der Haseldorfer Binnenelbe und gleiten zwischen Schlickbänken und Priggen hindurch in den Haseldorfer Hafen. Hier gibt es so schöne Dinge wie Fischbrötchen, kalte Getränke und saubere sanitäre Anlagen. Herrlich! Doch allzulange Pause ist nicht drin, denn die Tide wartet nicht. Gestärkt geht es anschließend durch die Schlickinsellandschaft Richtung Pagendsander Nebenelbe. An einigen Stellen wird es beunruhigend flach, aber wir schaffen es ohne steckenzubleiben. Als wir am Bishorster Sand vorbeipaddeln folgen uns zehn Augen – fünf Seehunde ruhen sich dort aus. Ich freue mich, dass die Jungen von letztem Winter überlebt haben. Lange Jahre gab es nur einen einzigen Seehund hier.

Nach 14 km ruhigem Nebenfahrwasser queren wir hinter Pagensand wieder das Hauptfahrwasser; die Containerriesen werfen lange, sanfte Wellen. Als wir kurze Zeit später an der Nordspitze von Schwarztonnensand im Schatten einer kleinen Weide sitzen und Pause machen, befinden wir uns mitten in einem friedlichen, norddeutschen Klischeebild. Möwen kreisen über uns im blauen Himmel unter Schäfchenwolken. Leuchttürme und Windräder zieren das Elbufer, weiße Segel leuchten vor dem grünen, platten Horizont und die Wellen plätschern auf den gelben Sand der Insel… Ein traumhafter, träger Sommernachmittag.
Als die Tide gekippt ist, schieben wir die Boote wieder ins Wasser. An der Nordspitze von Schwarztonnensand wird es so flach, dass wir aussteigen und treideln. Der Grund ist sandig und wellig, weiter hinten hat sich ein Segler trockenfallenlassen, ein Reiher beobachtet unser Treiben. Das Wasser hinter der Insel ist spiegelglatt und die Nachmittagssonne taucht alles in intensive Farben. Schließlich kommt Pagensand in Sicht. In der Nähe der Südspitze ziehen wir die Boote auf den Strand und gehen erstmal baden. Die Erfrischung tut gut.

Ein kleiner Pfad führt zwischen Weiden hindurch zu einem locker mit Bäumen bestandenen Platz, wo wir unsere Zelte aufbauen und wieder eine Leine für die nassen Sachen aufspannen. Es gibt Nudeln mit Gemüse-Tomatensuppe, dazu ein Bierchen und natürlich wieder ein kleines Feuer. Als die Sonne untergeht, gehen wir an den Strand. Die sonst so braune Elbe leuchtet für kurze Zeit blau-silbern wie flüssiges Blei. Dann wird es dunkel auf der Insel und die DOW auf der anderen Elbseite leuchtet hübsch mit tausenden weißen Lichtern.
Später am Abend sitzen wir immer noch am Feuer und quatschen, als Tristan plötzlich aufspringt und durch die Weiden zum Strand läuft. Dann ruft er uns und zuerst denke ich, die ganze DOW schwimmt die Elbe hoch, so viele Lichter! Doch es ist die Queen Mary 2, die sich da majestätisch die Elbe hochschiebt. Wir sehen ihr noch eine Weile nach. So ein großes Schiff.

Am nächsten Morgen haben wir das Gefühl, schon viele Tage unterwegs zu sein und eigentlich könnte es so weitergehen, aber wir haben nur noch 5 km und dann sind wir zurück am Stader Sand. Die Sonne scheint, der Wind frischt auf und wir paddeln die letzten Kilometer gegen die Wellen zurück zur Schwingemündung. Ein Blick noch zurück auf die Inseln, Leuchttürme, Seezeichen und Schiffe – und dann ist der Urlaub vorbei. Die Elbe hat sich diesmal definitiv von ihrer schönsten Seite gezeigt und ich hoffe, noch viele tolle Touren mit vielen netten Kanuten hier machen zu können.

Tag 1: blau ca. 14 km
Tag 2: grün ca. 38 km
Tag 3: rot ca. 5 km

Elbetour 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Text: Julia W.
Fotos: Julia W. & Jürgen T.

26. Weser-Tidenrallye

Jedes zweite Jahr findet die Tidenrallye auf der Weser statt. Das ist ja eigentlich gar nicht so weit weg vom NSB, oder? Wieso also nicht mal vom Heimatverein lospaddeln! Leider fand sich nur niemand vom NSB, der die ganze Aktion mitmachen wollte (zugegeben – die Idee war etwas kurzfristig). Dafür konnte ich Rainer aus meinem Stader Verein für die Tour begeistern.

Die Anfahrt von Stade nach Bremen war vatertagsbedingt etwas gefährlicher als sonst und wir mussten immer wieder schwankenden Fahrrädern und unzurechnungsfähigen Fußgängern ausweichen. Beim NSB angekommen waren die Boote schnell beladen und wir glitten über die kleine Wümme; begleitet vom Gröhlen der Väter und derer, die es noch werden wollen sowie von einigen vom rechten Weg abgekommenen Frauen. Unsere Seekajaks wirkten etwas deplatziert auf der schmalen kleinen Wümme, aber Ziel war ja auch die Weser.

Die kleine Schleuse wurde von unermüdlichen Jugendlichen bedient, die wir mit Müsliriegeln bezahlten; bei der Schleuse von Dammsiel mussten wir kaum warten und waren schnell auf der Wümme. Diese war gespickt mit Bierflaschen (Merken: nächstes Jahr Vatertag mit dem Kanadier Pfandflaschen sammeln und ein Vermögen machen), machte jedoch noch keine rechten Anzeichen, in die gewünschte Richtung zu fließen. Stauwasser. Wir brauchten aber nicht lang zu paddeln bis die einsetzende Ebbe uns erfasste und zügig Richtung Lesum schob.

Am imposanten Schulschiff trieben wir vorbei auf die Weser, die uns mit einigen Kabbelwellen begrüßte. Bis Rönnebeck, unserem ersten Ziel, war es nicht mehr weit. Mit Blick auf “Dock 3” bauten wir die Zelte auf und beobachteten die Vorbereitungen des Silberziels der Tidenrallye. Es war empfindlich kalt und wir verzogen uns bald in die Zelte.

Am nächsten Morgen punkt 8:00 Uhr wurden wir, wie uns angekündigt worden war, durch das Getöse eines Hochdruckreinigers geweckt – für die Tidenrallye muss es schier sein. Dann hieß es warte, warten, warten… bis Tristan kommt und das Wasser in die richtige Richtung läuft. Kurz nach Mittag war es soweit und unsere zu drei Leuten angewachsene Gruppe stach in die Weser. Tristan paddelte seinen Zweier allein, um am nächsten Tag Olaf (vom KSF) für die Tidenrallye zu sich ins Boot nehmen zu können.

Mit ungefähr 4 Bft. von achtern bauten sich nette Wellen auf, die man zum Teil abreiten konnte. Tristan nutzte den Wind außerdem, um seine Konstruktion eines verstärkten Regenschirms zu testen – mit erstaunlichem Erfolg. Das zog ganz gut.

Unsere Geschwindigkeiten mit Durchschnitt und Spitzen wurden natürlich gebannt auf dem GPS verfolgt:
Bremen-Nordenham: 3h 34min, 09,5 km/h Ø, 14,5 km/h max
Nordenham-Bremen: 4h 27min, 10,0 km/h Ø, 13,4 km/h max

Schneller als erwartet kamen wir in Nordenham an. Dort standen schon viele Zelte und es roch verlockend nach Grill. Eine Wurst und ein paar Alster später gab es eine Sicherheitsschulung zum Thema Kälte mit neuen spannenden Erkenntnissen, die leider nicht bei allen auf Interesse traf.

Die folgende Nacht war eher wenig erholsam, da eine Party den Zeltplatz mit Gelächter und Musik beschallte und (kaum war das verstummt) morgens um 6 Uhr schon die ersten Frühaufsteher Krach machten. Hallo?! Der Start ist um 10:00 Uhr!

Die Zeltwiese leerte sich im Laufe des Morgens und das Hafenbecken füllte sich mit den unterschiedlichsten Kanuten und DLRG-Fahrzeugen. Als dann die Rede des LKV-Vorsitzenden zu einem Ende kam, durften wir endlich los. Hunderte von Paddlern schoben sich auf die Weser, wo sich das Feld relativ schnell in die Länge zog. Rainer und Tristan mit Olaf ließen mich bald zurück und ich schaltete meinen “Langstrecken-Paddel-Modus” ein. Nicht denken, nur paddeln und die Stimmung genießen. Es wehte kaum Wind und je näher wir Bremen kamen desto mehr riss die Wolkendecke auf.

Nach knapp vier Stunden wurde ich aus meiner Paddeltrance gerissen, weil ich mit anderen gemeinsam vor der Querung in die Lesummündung ein Schiff abwarten musste. Da traf ich dann zu meiner Freude Tristan und Olaf wieder. Die letzten Meter bewältigten wir gemeinsam. Beim Goldziel (Tura) angekommen holten wir uns die wohlverdienten Medaillen ab und begossen unser Ankommen mit verschiedenen Getränken. Rainer war bereits 45 Minuten vor uns angelandet – als neunter. Hut ab!

Nach und nach leerte sich die Wiesenfläche von Tura. Tristan und Olaf fuhren per Auto nach Hause. Das ein oder andere Zelt wurde noch aufgebaut, das ein oder andere Bier getrunken und schließlich verkrochen sich alle in ihre Schlafsäcke.

Am nächsten Morgen packten Rainer und ich das letzte Mal für diese Tour unsere Zelte zusammen und machten uns auf den Weg zurück zum NSB, diesmal über Kuhsiel. Leider hatte ich das mit der Tide nicht richtig eingeschätzt und wir paddelten die ganze endlos erscheinende Strecke im Stauwasser. In Kuhsiel wartete Tristan bereits auf uns, um uns die letzten Kilometer zu begleiten und uns das lange Elend des Kuhgrabens durch Ablenkung erträglich zu machen (Danke dafür!).

Nach 130 km in vier Tagen kamen wir schließlich wieder beim NSB an. Boote aufladen und zurück gen Norden… Der Muskelkater ist inzwischen den Muskeln gewichen, die Blasen an den Händen der Hornhaut und ich freue mich schon auf 2014.

Bremen-Nordenham = blau
Nordenham-Bremen = gelb


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Text und Fotos von Julia

Die NSB-Wattwandertour 2012 nach… Spiekeroog oder Baltrum? Ja, wo laufen sie denn hin???

Nachdem die Anmeldungen doch „ein bisschen“ spärlicher als im letzten Jahr eingingen, sah es zunächst nach einer lustigen Drei-Frauen-Runde aus, die sich auf eine Spiekeroog-Wanderung geeinigt hatte. Zelt und Trangia sowie das Wattläufer-Equipment eingepackt und los an die Küste!
Und dann kam aber auch wirklich alles anders! Wind, Wetter und Wattführer waren uns nur mäßig wohlgesonnen: Der Wattführer, von seiner Samstag-Wanderung heimgekehrt erreichte die beiden voll entschlossenen Wattmädels abends in der Neuharlingersieler Kultkneipe Dattein telefonisch, nur um abzusagen. Es sei ja doch ziemlich windig, könnte Schauer geben und auch mit 20 cm mehr Wasser sei zu rechnen. Er wüsste zwar schon, dass die NSB-Frauen hart im Nehmen seien, aber es gäbe ja auch komfortverwöhnte Küstengäste, die sich außer uns noch angemeldet hätten…
Nachdem die Dritte im Bunde aufgrund dieser Schlechtwetter-Info gleich die morgendliche Anreise verweigerte, ersonnen die beiden NSBlerinnen prompt – angefeuert durch zahlreiche Fußballfans, Alster, Ostfriesentee und geheimnisvolle „Rotbäckchen, Rotbäckchen“-Rufe – die Pläne B und C: Es gibt ja so viele Inseln – war da nicht was mit Baltrum? Motto: „Machen wir das Beste draus!“ Prompt ließen wir uns darauf einen ausgeben, um dann zügig zu verschwinden… Zeitig ging es in die Schlafsäcke, denn 6:30 war Wecken angesagt, die Tide gibt den Tag vor.

Der Wetterbericht war zwar konfus, hielt sich aber halbwegs dran: Nachts flaute der Sturm zu einem strammen Küstenwind ab, der Regen nieselte sich morgens zu Ende, trotzdem musste das Zelt noch nass eingepackt werden. Als wir uns nach einem preisgünstigen und leckerem Frühstück beim schon einigen NSBlern bekannten Lecker-Bäcker Hinrichs auf dem Weg nach Nessmersiel, dem Startpunkt für Baltrum-Fähren und -wanderungen aufmachten, schien schon die Sonne!

Und auch dann hielt es sich gut: Bis auf ein paar dünne Tropfen, die sofort wegwehten, blieben wir verschont von Regen! Dazu Sonne, strammer Wind und gar nicht böse viel Wasser von unten. Trotz der vom Wind aufgepeitschten kleinen Mini-Wellen auf den Prielen gelangten wir trockenen Hinterns nach Baltrum. Unterwegs gab es Baby-Wattwurm- und große Wattwurmhaufen zu sehen, Austern, Sandklaffmuscheln, Bäumchenröhrenwurm-Bäumchen, allerhand Vögel, u.a. eine Entenfamilie und – das konnte erst zu Hause mittels Bestimmungsbuch festgestellt werden – eine zierliche rosa „Baltische Plattmuschel“, auch genannt „Rote Bohne“. Leider blieb keine Zeit für eine ausführliche Inselbesichtigung, für ein kleines Picknick im beschaulichen Ort reichte es aber noch. Die überquellende Fähre zurück war ein echtes Kontrastprogramm zur Ruhe und Weite des Wattenmeeres. Um ein Erlebnis reicher kehrten wir am späten Nachmittag heim.

Ochtum Rundtour

Trotz des nur mäßig guten Wetterberichts haben sich 8 Paddler/innen gefunden, um den 10,5 km langen Ochtum Rundkurs zu erkunden.

Bei kühlem Wetter aber ohne Regen trafen wir uns um 13 Uhr am Bootshaus um den Anhänger zu beladen und in die Nähe des Flughafens zu fahren. Wegen leichtem Hochwasser stand der „Steg“ unter Wasser und wir sind auf das Wiesenstück daneben ausgewichen.

Nachdem niemand ins Wasser gefallen ist, ging es zuerst entlang des Flughafens Richtung WSC Fink und WV Warturm bis zur Kekspause am Warturm Wehr. Hinter dem Warfelde Wehr paddelten wir auf der neuen Ochtum um die Inseln herum bis zu unserer Einstiegsstelle am Flughafen zurück.

Gerade wegen der schönen Landschaft werden wir die Tour bestimmt noch öfters veranstalten.


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Foto von Sebastian.

Zum Konzert paddeln?

Es war mir bisher nie in den Sinn gekommen, dass man meine beiden Hobbies Kajakfahren und irische Musik miteinander verbinden könnte. Das änderte sich ziemlich genau am 22.4.2012. Ich war dabei zu planen, wie und mit wem ich zum Konzert der “Chancers” auf die Batavia, das Theaterschiff in Wedel (Hamburg), kommen würde. Mit dem Auto über Hamburg eine reine Weltreise, mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine unsichere Irrfahrt, und mit der Lühe-Schulau-Fähre? – Die fährt ab 18:00 Uhr nicht mehr.
Da kam dann die Idee. Es hat ja auch viel mehr Stil, mit einem Boot zum Schiff zu fahren! Wieso nicht mit dem Kajak? Es sind nur ca. 15 km von Stade. Als ich dann mit Hilfe der kleinen blauen Paddlerbibel feststellte, dass die Tidenzeiten nicht besser hätten sein können, stand für mich fest: Diese Tour will gemacht werden.

Von den Stader Vereinskanuten hagelte es freundliche Absagen. Dann fiel mir der NSB ein. Dieser grandiose Verein hatte ja letztes Jahr schon mal bewiesen, dass es tatsächlich auch Bremer gibt, die sich mal aus Bremen heraus in die nördliche Richtung wagen. So also auch dieses Mal. Willie war dabei. Wir kannten uns zwar nicht, aber jemand, der auf so eine Aktion Lust hat, konnte nicht verkehrt sein. Da war ich mir sicher – und ich lag richtig.

Ich holte ihn am Freitag Nachmittag vom Stader Bahnhof ab und dann kurvten wir zum Stader Verein. Ein passendes Kajak für Willie war schnell gefunden und vor einem bedrohlich dunklen Himmel packten wir unsere Boote. Über Wedel war der Himmel aber blau und die regenschwangeren Wolken ließen wir fröhlich auf der niedersächsischen Elbseite.

Auf der Elbe pustete eine gute Brise aus Südost und versorgte uns mit Gegenwind und etwas Welle. Hinter Lühesand wurde es ruhiger. Am Ende der Insel querten wir das Fahrwasser. Ich liebe diese Stimmung auf der Elbe mit den großen Containerschiffen, den Seglern, den Seezeichen, den Seevögeln und den Inseln inmitten dieses weiten Himmels.

Eine Reihe von Priggen zeigte uns den Weg in die Wedeler Au. Das auflaufende Wasser schoss in einer beachtlichen Geschwindigkeit durch das kleine Sperrwerk und hinter dem Deich änderte sich schlagartig die Stimmung. Das Wasser war spiegelglatt und wir glitten mit leisem Geplätscher an Schafen und Windmühlen vorbei. Wenig später wand sich die Wedeler Au malerisch durch einen Schilfgürtel bevor wir an unserem ersten Ziel ankamen, dem Motorbootclub Schulau, dem schönsten Naturhafen an der Unterelbe (laut Hafenmeister). Während wir unsere Zelte aufbauten, wurden wir vom ersten Vorsitzenden fürsorglich mit erfrischendem Dithmarscher und norddeutschem Unterelbeklönschnack versorgt.

Die Batavia lag noch einen knappen Kilometer weiter flussaufwärts. Wir wussten zwar, dass bei der Batavia ein Schlengel zum Anlegen ist, aber wir waren nicht sicher, wie groß das Zeitfenster ist, in dem der Schlengel auch wirklich schwimmt, denn die Wedeler Au läuft bei Ebbe fast leer und hinterlässt nichts außer ein weiches Schlickbett. Wir waren daher kurz am Zögern, ob wir nicht doch besser zu Fuß zur Batavia laufen sollten, doch die Abenteuerlust siegte und so saßen wir kurze Zeit später wieder in den Booten.

Das Konzert war ausgebucht und auf dem kleinen, urigen, alten Flusskanonenboot saßen die Zuhörer dicht gedrängt. Der letzte freie Platz war direkt vor der Bühne, wo die fünf Musiker völlig unplugged ihr bestes gaben und die Gesellschaft mit viel Humor und Können durch ihre drei Sets führten. In dieser Atmosphäre schmeckte das Guinness besonders gut und die Füße wippten automatisch im Takt. In den kurzen Pausen waren wir mit den Kajaks immer wieder Thema und kamen mit vielen Leuten ins Gespräch.

Gegen Mitternacht war die letzte Zugabe gegeben und wir schwankten glücklich über den schwankenden Schlengel in unsere Kajaks. Es war noch ausreichend Wasser da. Nachts zu paddeln ist immer wieder faszinierend. Den Flusslauf erkannte man nur daran, dass sich der etwas hellere Himmel im Wasser spiegelte. Mit einem Gefühl der Schwerelosigkeit schwebten wir mit dem ablaufenden Wasser und kaum Paddelschlägen zurück zum Motorbootclub. Dort waren wir schnell in den Schlafsäcken. Aber statt lieblichem, irischen Gedüdel im Kopf hatten wir die Partymucke eines Jahrmarktes um die Ecke in den Ohren.

Am nächsten Morgen platterte der Regen auf die Zelte und wir verkrochen uns für das Frühstück im Clubhaus mit bunt zusammengewürfeltem Mobiliar und Radio NDR1-Welle Nord.

Gegen 9:00 Uhr ließ der Regen nach und der Fluss begann abzulaufen. Das war das Zeichen zum Aufbruch. Kurze Zeit später waren wir wieder auf dem Wasser. Mit dem Ebbstrom flitzten wir durch das Sperrwerk und waren dann wieder auf der Elbe. Zuerst blieben wir am Nordufer. Von Hamburg her war eine endlose Perlenkette an weißen kleinen Segeln flußabwärts unterwegs; von der Nordsee kam ein kleines Containerschiff die Elbe hoch. Wir passierten rote Tonnen und Kardinalzeichen und sogar ein Seehund ließ sich blicken.
Hinter Lühesand querten wir wieder das Fahrwasser. Wenig später ließen wir das abgestellte Stader AKW links liegen und bogen schließlich wieder in die Schwinge ein. Beim Stader Verein hieß es Boote auspacken, putzen, wegräumen und dann selbst unter die wohlverdiente Dusche. Schließlich brachte ich Willie wieder zur Bahn.

Wir waren uns einig, dass es eine sehr gelungene spontane Tour war, die man gut mit mehreren Leuten wiederholen könnte. Ich werde mal schauen, wann die nächste nette Aktion auf der Batavia mit passender Tide zusammenfällt…

Text und Fotos von Julia.

Italienisches Kohlpaddeln

Wir sind auch diesem Jahr dem mittlerweile zur Tradition gewordenen „Kohlpaddeln“ treu geblieben: Andere laufen mit dem Bollerwagen durchs Blockland, wir paddeln. Dabei kommen Spaß und Spiele natürlich nicht zu kurz.

Am 17.03. war es soweit! 10 Paddlerinnen und Paddler starteten am Bootshaus zum Kohlpaddeln auf der Kleinen Wümme und dem Kuhgraben. Mit jeder Menge Spaß wurde in Mannschaften bei Spielen wie „Eier-Paddeln“, „Luftballon-Rallye“ und vielem mehr das Paddel-Geschick unter Beweis gestellt.

Anschließend ließen wir den Abend in geselliger Runde bei Pizza und Rotwein ausklingen.

 

Text und Fotos von Melanie