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„Müllpaddeln“ – Bremen räumt auf…

…hieß es am Wochenende des 12. / 13. April. Die ganze Stadt war wie immer zum Frühjahrsputz aufgerufen und der NSB war natürlich von der Wasserseite aus wieder dabei!

Diesmal sollte laut Veranstalter der Freitag vornehmlich der Tag der Schulklassen sein, der Samstag der Tag der Erwachsenen. Also trafen sich vier motivierte NSBler am Samstag um 10 Uhr beim Bootshaus. Ein fünfter NSBler hat uns im Vorfeld für „Bremen räumt auf“ angemeldet und das Equipment an der Ausgabestelle abgeholt.

Eine Änderung der „Bremen räumt auf“-Aktion stieß nicht auf so große Freude: statt der sonst zusätzlich zu den Mülltüten und Handschuhen ausgegebenen Äpfel, Müsliriegel oder Muffins könne man sich dieses Jahr Samstag ab 15 Uhr auf dem Marktplatz einen Snack abholen – keiner von uns Paddlern hatte vor, das in Anspruch zu nehmen – dafür fährt man doch nicht noch mal Stunden später in die Innenstadt?! Aber nach dem Paddeln wäre ein Snack gerade recht gewesen.

Ein bewährtes Verfahren, den ganzen Müll vom Wasser aus zu sammeln wurde schon in den letzten Jahren erprobt: Ein Canadier fungiert als „Mutterschiff“ für die großen Müllsäcke, wo die kleineren, wendigeren Kajakpaddler ihre Ladung von Zeit zu Zeit abgeben können.

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Und dieses Jahr lag der Mutterschiff-Canadier tief im Wasser… 6 oder 7 Müllsäcke sind es geworden! Und außer den üblichen Flaschen und Plastiktüten waren auch wieder einige Kuriositäten dabei: ein Hocker aus Holz, dessen vier Beine über die Wasseroberfläche ragten, viele Meter Cassettentonband – man zieht an einem kleinen Stück Band und dann werden es viele, viele, viele, verhedderte Meter, die aus dem Wasser wieder ans Licht kommen und auch noch immer mehr Bänder… zeitweise neun Bänder parallel.

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Auch wurde ein Geocache ohne GPS und Cachebeschreibung gefunden. Aber wo er dann schon mal da war, konnte die anwesende Fachfrau sich ja gleich ins Logbuch eintragen.

Ein einmaliger kleiner Landgang Nähe Hochschulring erbrachte auch einen Riesenhaufen Müll. Nur eine Vinylschallplatte, die wir vergangenen Donnerstag beim Anpaddeln eher Nähe Kuhsiel gesehen hatten, konnten wir nicht mehr erreichen, die Zeit wurde zu knapp.

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Nach etwa anderthalb Stunden Sammelei hatten wir erst den halben Kuhgraben abgeräumt und mussten umkehren, denn bis 13 Uhr sollten die Müllsäcke abgegeben werden. Zudem war der Canadier auch ganz schön voll! Eine erfolgreiche Sammelaktion – und unser Revier ist wieder ein bisschen ansehnlicher geworden, so dass die Saison kommen kann!

 

Terrestrisches Kohlpaddeln

So wie sich schon am Vortag der kalte Wind mit Regen angekündigt hat, ging es dann am Samstag auch wirklich in einer Tour weiter. Daher haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, die Kajaks und Canadier im Bootshaus und damit unser Kohlpaddeln ausfallen zu lassen. Allerdings nur das Paddeln…

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Am Abend haben Melli und Daniel wieder ihre Wohnung fürs Kohlessen zur Verfügung gestellt und nach der Einstimmung durch diverse „Kurze“ und wirklich leckeren Grünkohl (Danke an Melli, Tonia und Simone fürs Kochen.), haben wir uns im Schneetreiben doch noch zu ein paar Spielen hinreißen lassen.

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Mit 12 Teilnehmer/innen ein durchaus gelungener Abend. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder besseres Wetter haben, um unsere Spiele auch wieder auf dem Wasser durchführen zu können.

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Text: Tristan
Fotos: Daniel

Halloween-Paddeln 2012

Besser ein Später als gar kein Bericht. 🙂

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Spät im Jahr und pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit starteten wir mit Laternen geschmückten, leuchtenden Kanadiern und Kajaks auf eine urige Ausfahrt in blubbernd-schlammigen und düsteren Kanälen unseres Reviers.

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Nichtsahnende Bremer Parkbesucher zogen wir in unseren schaurigen Bann, während wir langsam gleitend, schwankend durch die nächtlichen Gewässer zogen. Unsere kalten Körper wussten wir mit wärmenden Getränken wieder zum Leben zu erwecken.

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Im schaurig-kunstvoll dekorierten Bootslager genossen wir in geselliger Runde unsere leckeren Speisen und freuten uns zu später Stunde auf unsere warmen Betten und das nächste Halloweenpaddeln …

Text: Nele
Fotos: Sebastian und Jagna

Neujahrspaddeln 2013

Das Neujahrspaddeln 2013 war etwas weniger gut besucht als in den Vorjahren, der mittags noch anhaltende Regen oder lang anhaltende Silvesterparties haben vermutlich sechs der acht (sicher oder nur vielleicht) angemeldeten Interessenten dann doch zu Hause bleiben lassen.

Dennoch wurde es bei immerhin 8 Grad plus und etwas Nieselregen eine eher herbstlich anmutende, eisfreie nette Tour nach Kuhsiel.

Die Paddelsaison 2013 ist somit also eröffnet!

Freimarktsregatta 2012

Bereits zum 40. Mal fand am 21.Oktober 2012 das Kanurennen zur Freimarkts-Saison auf der Ochtum in Bremen statt. Der NSB war dieses Jahr mit 8 Starts und 4 Medaillenplätzen dabei.

Nachdem Tristan und Daniel (unser Paddelnachbar vom CVJM) am Samstag schon alle Boote auf den Bootshänger geladen hatten, konnten Sebastian und Nele am Sonntagmorgen entspannt um 7:30 Uhr zur Rennleitung bzw. dem Zieleinlauf an der Ochtum fahren. Bei der einen oder dem anderen machte sich bei der Ankunft gegen halb 9 schon eine gewisse Nervosität bemerkbar, schließlich sollte das erste Rennen mit NSB-Beteiligung um 8:50 starten… und zwar ca. 3 km vom Zieleinlauf entfernt! Der vom Veranstalter eingerichtete Shuttle-Service zum Rennstartort war nämlich auch schon abgefahren. Nach kurzer Lagebesprechung haben wir uns entschieden mit allen Booten und den Startnummern zum Startort des 3000 m Rennen zu fahren. Bei Ankunft blieb gerade noch Zeit, die Boote zum Wasser zu tragen und mit einer vernachlässigbaren Verspätung von 2 Minuten konnte unser Vorsitzender Sebastian ins 3000 m Rennen der Klasse „Senioren A“ (= Ü32) starten. Was man ihm erst im Ziel verriet: Die Steueranlage seines Seekajaks durfte nicht eingesetzt werden. Da er jedoch Zweiter von zwei war, konnte zumindest ein unfairer Wettbewerbsvorteil ausgeschlossen werden. Wichtiger war es, Tristan noch rechtzeitig vorzuwarnen, der kurz darauf mit dem gleichen Boot für das 6000 m Rennen an den Start ging. Zuvor paddelte Nele gegen die starke Konkurrenz über die 3 km auf den 3. Platz (von 3).

Für die Taifun-Klasse (das sind Kunststoffboote, von denen eigentlich jeder Verein noch ein paar im Bootslager hat), ging der NSB mit vier Teilnehmern an den Start. Alle haben auf den 500m ordentlich Gas gegeben und sich mit den anderen Startern ein packendes Rennen geliefert. Beim Taifun-Rennen starten nämlich immer 3 Kajaks gleichzeitig, während bei den Langstreckenrennen mit einer Minute Abstand gestartet wird. Felix konnte die schnellste NSB-Zeit erpaddeln und sicherte sich den 2. Platz, Tristan folgte kurz darauf auf den 3. Platz.

Für das abschließende C7-Rennen – also ein Canadier mit 7 Paddlern an Bord – haben Tristan, Florian, Nele, Felix, Johannes, Sebastian und Daniel nochmal alles gegeben und sind mit einer Zeit von 2:13:06 auf den 7. Platz gepaddelt. Im Tausch gegen zwei unserer stärksten Kanuten, die für den CVJM zuvor bereits im C7 er gestartet sind, hat uns Daniel vom CVJM als Steuermann so gut angefeuert, dass wir (jedenfalls gefühlt) richtig schnell waren.

Das Wetter wurde zunehmend schöner und die Bratwurst und das Bier schmeckten umso besser. Nach der Siegerehrung und mit einem Freimarktherz um den Hals bestaunten wir das üppig ausgestattete zweistöckige Bootshaus vom gastgebenden Verein Warturm. Vielleicht sollten wir in Erwägung ziehen, auch so eine tolle Veranstaltung zu organisieren…

Text: Nele
Fotos: verschiedene Personen

Kanupolo NSB & KPB

Am Sonntag, den 7.10. , machten wir – also Johannes, Sebastian, Adrian, Katrin und Jagna – uns auf zum Werdersee, um endlich einmal „richtig“ Kanupolo zu spielen, wobei es für einige von uns das erste Mal war.
Dank netter Unterstützung von Jana und Bastian vom KPB haben wir aber schnell erfahren, dass Kanupolo mit echten Toren, einem richtigen Feld und Regeln genauso viel Spaß machen kann wie unser übliches „Kanu-Rugby“ auf dem Unisee. Und dazu wurde unser Team auch noch von einem Sieg gekrönt (bei 3:4 Spielern wohlgemerkt… obwohl man doch fairerweise dazusagen muss, dass der Wind auf unserer Seite war).
Trotz einer kurzen Spielunterbrechung durch starken Wind und Regen ist das Spiel sehr ruhig und nett verlaufen, und nach drei Stunden kamen alle zufrieden zum Bootshaus zurück (wo zu unserer Überraschung eine kleine Schleuder das Auswringen der Neos vereinfachte, tolle Erfindung ;-))!
Fazit: Super viel Spaß, und ein paar neue Regeln haben wir auch gelernt!

Text: Jagna
Foto: Sebastian

Harriersand-Umrundung

Um kurz nach 9 Uhr trafen sich 7 fast schon wache Paddler am Bootshaus um die Kajaks für die Harriersandumrundung auf den Anhänger zu laden.
Wie immer ein wenig zu spät machten wir uns auf den Weg nach Sandstedt, wo sich noch Paddler Nummer 8 dazu gesellte und es passend zur Ankunft das erste mal geregnet hat.

Auch wenn der Himmel ein paar blaue Lücken aufgewiesen hat, war es leider nicht das letzte mal, dass wir an diesem Tag nass geworden sind.
Motiviert stiegen wir neben dem Fähranleger Sandstedt-Brake in die Kajaks und fuhren mit den ersten Sonnenstrahlen südlich durch das Naturschutzgebiet „Rechter Nebenarm der Weser“ zwischen Festland und Harriersand.

Nach 2 kleinen Pausen auf dem Wasser gab es noch einen Regenschauer, bei dem wir feststellen mussten, dass nicht jede Regenjacke jedem Regenschauer standhalten kann. Aber passend zur Pause an der Südspitze von Harriersand ließ sich auch die Sonne wieder blicken. Ebenso ein Seehund, der neugierig in unsere Richtung guckte sich dann aber doch dafür entschied, an einer andere Stelle an Land zu gehen.

Nachdem die Weser ihre FLießrichtung wieder gen Nordsee geändert hat, stiegen wir wieder in die Kajaks und fuhren auf der Weser, mit Ausnahme eines kleinen, letzten Regenschauers, bei strahlendem Sonnenschein zurück nach Sandstedt.


Harriersand-Umrundung auf einer größeren Karte anzeigen

Text: Tristan
Fotos: Sebastian

Die Elbe ruft…

Zwei unglaublich Jahre hat es gedauert bis diese Tour stattfinden konnte. Mehrere geplante Elbtouren wurden aufgrund von zu viel Wind, Gewitter und anderen Unpässlichkeiten jeweils abgesagt oder auf andere Flüsse verlegt (Wümme, Ochtum, Weser). Gut Ding braucht Weile und dieses Jahr wurden wir nicht enttäuscht:
Freitagabend Treffen am Stader Sand. Im strömenden Regen fahre ich direkt nach der Arbeit los und hoffe, dass niemand wegen der schwarzen Wolken zu Hause geblieben ist. Das Wetter soll super werden, hat das Internet versprochen! Ein NSBler, zwei Warturmer und zwei Stader wollen mit und es tauchen auch tatsächlich alle auf. Vereinsübergreifende Fahrten sind immer etwas spannendes. Die Sonne bricht durch die Wolken und wir hieven die schwerbeladenen Gepäckboote in die Schwinge. Nach ein paar Paddelschlägen sind wir auf der Elbe. Jetzt fängt der Urlaub an.

Die Flut schiebt uns zügig Richtung Hamburg und eine frische Brise aus NW versorgt uns mit angenehmen achterlichen Wellen. Wir teilen uns die Elbe mit den üblichen großen Schiffen, Seglern und Motorbooten und paddeln an Steuerbordtonnen, Leuchttürmen und an Lühesand mit den großen Strommasten vorbei. Das ist “meine” Elbe und ich freue mich sehr, dass die Elbtour endlich wahr geworden ist. Dann kommt Hanskalbsand in Sicht. Am schönen Sandstrand des Nordufers gegenüber von Wedel/ Schulau gehen wir an Land und machen es uns gemütlich. Zelte aufbauen und ein Wurfsack als Wäscheleine. Während die Sonne in leuchtenden Farben hinter DOW Chemical und dem abgeschalteten AKW Stade untergeht, bringen wir ein kleines Feuer und den Grill in Gang. Durch Stockbrot wird die Lagerfeuerromatik noch abgerundet, fehlt nur die Gitarre.
Einer kleinen Nachtwanderung sind auch erwachsene Paddler nicht abgeneigt und so erkunden wir mit Sternenlicht und Taschenlampen den Strand und ein paar Trampelpfade. In einem kleinen Waldstück reflektieren plötzlich zwei Augen auf einem Baum im Schein der Taschenlampe und rühren sich kein Stück. Wir sind irritiert und halten inne. Was ist das? Die Neugierde siegt und als wir näherkommen, stellen wir verblüfft fest, dass es sich um aufgeklebte Reflektoren handelt. Weiter hinten tauchen weitere Augen auf und wir verfolgen die Fährte über einige Zeit. Doch die Insel ist 9 km lang und irgendwann geben wir auf und wandern am Strand entlang zurück. Der Wind hat nachgelassen und nur kleine Wellen schwappen auf den Sand.

Am nächsten Morgen ist der Himmel blau und nur ein paar Schäfchenwolken spenden ab und zu wohltuenden Schatten. Hauke (Warturm) ruft nach dem Frühstück seine Freundin in Steinkirchen an. Sie hat nämlich angeboten, dass, wenn uns irgendetwas fehlen würde, sie es uns bringen könnte – und, wir haben kein Bier mehr für den zweiten Abend! Die Übergabe von zwei Sixpacks geschieht vor den staunenden Augen diverser Touristen am Lüheanleger.
Wenig später queren wir das Fahrwasser und wechseln auf die Nordseite der Elbe. Wir paddeln flott mit dem Strom Richtung Westen und überholen sogar den ein oder anderen Segler, der kein Wind in den Segeln hat. Am Dwarsloch verabschieden wir die beiden Stader Kanuten, die leider keine Zeit haben uns weiter zu begleiten. Zu viert geht es weiter.

Die Landschaftsstimmung wandelt sich; wir sind in der Haseldorfer Binnenelbe und gleiten zwischen Schlickbänken und Priggen hindurch in den Haseldorfer Hafen. Hier gibt es so schöne Dinge wie Fischbrötchen, kalte Getränke und saubere sanitäre Anlagen. Herrlich! Doch allzulange Pause ist nicht drin, denn die Tide wartet nicht. Gestärkt geht es anschließend durch die Schlickinsellandschaft Richtung Pagendsander Nebenelbe. An einigen Stellen wird es beunruhigend flach, aber wir schaffen es ohne steckenzubleiben. Als wir am Bishorster Sand vorbeipaddeln folgen uns zehn Augen – fünf Seehunde ruhen sich dort aus. Ich freue mich, dass die Jungen von letztem Winter überlebt haben. Lange Jahre gab es nur einen einzigen Seehund hier.

Nach 14 km ruhigem Nebenfahrwasser queren wir hinter Pagensand wieder das Hauptfahrwasser; die Containerriesen werfen lange, sanfte Wellen. Als wir kurze Zeit später an der Nordspitze von Schwarztonnensand im Schatten einer kleinen Weide sitzen und Pause machen, befinden wir uns mitten in einem friedlichen, norddeutschen Klischeebild. Möwen kreisen über uns im blauen Himmel unter Schäfchenwolken. Leuchttürme und Windräder zieren das Elbufer, weiße Segel leuchten vor dem grünen, platten Horizont und die Wellen plätschern auf den gelben Sand der Insel… Ein traumhafter, träger Sommernachmittag.
Als die Tide gekippt ist, schieben wir die Boote wieder ins Wasser. An der Nordspitze von Schwarztonnensand wird es so flach, dass wir aussteigen und treideln. Der Grund ist sandig und wellig, weiter hinten hat sich ein Segler trockenfallenlassen, ein Reiher beobachtet unser Treiben. Das Wasser hinter der Insel ist spiegelglatt und die Nachmittagssonne taucht alles in intensive Farben. Schließlich kommt Pagensand in Sicht. In der Nähe der Südspitze ziehen wir die Boote auf den Strand und gehen erstmal baden. Die Erfrischung tut gut.

Ein kleiner Pfad führt zwischen Weiden hindurch zu einem locker mit Bäumen bestandenen Platz, wo wir unsere Zelte aufbauen und wieder eine Leine für die nassen Sachen aufspannen. Es gibt Nudeln mit Gemüse-Tomatensuppe, dazu ein Bierchen und natürlich wieder ein kleines Feuer. Als die Sonne untergeht, gehen wir an den Strand. Die sonst so braune Elbe leuchtet für kurze Zeit blau-silbern wie flüssiges Blei. Dann wird es dunkel auf der Insel und die DOW auf der anderen Elbseite leuchtet hübsch mit tausenden weißen Lichtern.
Später am Abend sitzen wir immer noch am Feuer und quatschen, als Tristan plötzlich aufspringt und durch die Weiden zum Strand läuft. Dann ruft er uns und zuerst denke ich, die ganze DOW schwimmt die Elbe hoch, so viele Lichter! Doch es ist die Queen Mary 2, die sich da majestätisch die Elbe hochschiebt. Wir sehen ihr noch eine Weile nach. So ein großes Schiff.

Am nächsten Morgen haben wir das Gefühl, schon viele Tage unterwegs zu sein und eigentlich könnte es so weitergehen, aber wir haben nur noch 5 km und dann sind wir zurück am Stader Sand. Die Sonne scheint, der Wind frischt auf und wir paddeln die letzten Kilometer gegen die Wellen zurück zur Schwingemündung. Ein Blick noch zurück auf die Inseln, Leuchttürme, Seezeichen und Schiffe – und dann ist der Urlaub vorbei. Die Elbe hat sich diesmal definitiv von ihrer schönsten Seite gezeigt und ich hoffe, noch viele tolle Touren mit vielen netten Kanuten hier machen zu können.

Tag 1: blau ca. 14 km
Tag 2: grün ca. 38 km
Tag 3: rot ca. 5 km

Elbetour 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Text: Julia W.
Fotos: Julia W. & Jürgen T.

Heidefluss-Tour 2012

Von Baumhindernissen, einem Schwan und anderen Herausforderungen

Am Abend des 11.5.2012 näherten sich von verschiedenen Richtungen aus Fahrzeuge dem Kanuclub Lachendorf bei Celle. Die beiden Erstankömmlinge wurden großzügig vom 1. Vorsitzenden (namens Sebastian – das kann nur ein netter Verein sein) mit einem Getränk bedacht; denn die NSB-eigene Getränkelieferung folgte erst später. Es dauerte jedoch nicht mehr lange und wir waren komplett – zu siebt plus Tristan, der uns nur an diesem Abend Gesellschaft leistete.

Wir waren alle ganz begeistert von der Größe und dem Luxus des Vereinshauses – die Stärken unseres eigenen Vereins liegen halt aktuell eher in nicht-materiellen Dingen. Trotzdem träumen wir natürlich auch…

Am Abend wurde es empfindlich kalt, aber wir hielten es tapfer draußen aus mit vielen Leckereien vom Grill und anderen mitgebrachten Köstlichkeiten. Zum Glück war das Bier von der Autofahrt noch warm und kühlte uns nicht noch weiter aus. Besonders interessant fanden wir Anettes Multifunktionsflasche: Man befülle sie abends mit kochendem Wasser und gebe einen Teebeutel hinzu. Nachts als Wärmflasche zu nutzen und am nächsten Morgen hat man warmen Tee.

Am nächsten Morgen wurde der kleine Männeranteil der Runde (die Organisatoren Sebastian und Peter) durch die Ankunft unseres Ehrenmitgliedes aus Braunschweig wieder verstärkt. Große Freude, als der Ur-Vater des NSB sich am nächsten Morgen beim Frühstück zu uns gesellte. So groß, dass wir – ganz NSB – völlig die Zeit vergaßen und ich irgendwann gegen 13:00 Uhr von den Lachendorfer Kanuten gefragt wurde: “Wolltet ihr heute nicht noch paddeln? Denkt an das Nachtfahrverbot auf der Lachte…”. Nun aber schnell. Hänger ran, in die Autos und zur 2 km entfernten Einsatzstelle.

Dort angekommen wurden die Boote abgeladen und der Pegelstand begutachtet. Da hupte plötzlich ein Auto mit Kajakdachträgern auf der Brücke. Wir sahen uns an und waren uns keiner Schuld bewusst – bis völlig aufgelöst Claudi aus besagtem Auto stieg. Dann sahen wir uns auf einmal sehr betreten an. Keiner hatte sie bisher vermisst… Oh Mann, das passiert uns nicht noch mal!

Anschließend sollten zwei Autos nach Celle zur Aussatzstelle. Die Fahrt wurde höchstabenteuerlich und ich bewunderte Sebastians unumstößliche Ruhe, mit der er den Hänger in engen Sackgassen, vollen Parkplätzen, undurchsichtigen Baustellen und völligem Verkehrschaos manövrierte. Irgendwie schafften wir es zu dem angestrebten Parkplatz und auch wieder zurück zur Einsatzstelle. Die anderen hatten inzwischen alle Boote mit laminiertem NSB- und DKV-Logo beklebt, wie es die Befahrungsregelung möchte.

Schließlich waren wir alle auf dem Wasser. Claudi da? – Ja. Ok, kann losgehen. Sebastian gab eine kurze Einführung, worauf geachtet werden sollte und ich ergänzte die gutgemeinten Ratschläge, sich nicht an Ästen festzuhalten und unter Baumhindernissen nach vorn gelehnt zu durchfahren. Beides musste wenig später bei der Fülle und Art der Hindernisse revidiert werden. Es war die reinste Turnerei und ein Riesenspaß. Drüber, drunter, rechts, links, mittendurch.

Die Liebesgeschichte, die ich Lisa erzählen wollte, entwickelte sich zur (unbeabsichtigt spannenden) Fortsetzungsstory, die alle hören wollten. Drei Sätze und dann kam schon der nächste Baum. Dann forderte wieder jemand eine Zusammenfassung der letzten Folgen, fragte etwas nach. Nächstes Hindernis. Die Fortsetzung hören Sie – nach dem nächsten Baum. “Und dann…” Oh, schon wieder ein Hindernis. Wir wurden auf der Tour nicht fertig.

Mein Stader Verein hatte damals bei irgendeiner Pfingstfahrt auf der Lachte drei oder vier Kenterungen zu beklagen, doch der NSB kämpfte sich tapfer, lächelnd und ohne Verluste durch das Dickicht. An einem Wehr mit Bootsrutsche gab es noch einige Adrenalinschübe und Paddler, welche mangels Notbremse im Busch landeten, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch.

An einer Brücke gönnte Sebastian uns nur eine sehr kurze Pause – das Nachtfahrverbot ab 18 Uhr trieb uns voran. Wie sehr, das wurde mir erst klar, als ich Sebastian, den ich nur als jemanden kannte, der allen ins Boot hilft und als letzter hinterher kommt, plötzlich als erstes auf dem Wasser sah. Oh, jetzt ist es ernst…

Auf den letzten Kilometern legte die Lachte uns weniger herausfordernde Hindernisse in den Weg und wir kamen gut voran. An der Mündung in die Aller blies uns eine kräftige Brise entgegen und wir machten noch die ein oder andere kurze Treibpause bevor wir am Wehr umtragen mussten. Dann noch auf die andere Seite paddeln. Angekommen.

Boote aufladen, Personen auf die Autos verteilen (Wo ist Claudi?) und zurück nach Lachendorf. Irgendwie war es am zweiten Abend noch kälter. Andreas wurde herzlich verabschiedet und es kam keine neue männliche Verstärkung mehr.

Am Sonntag kam zu unserer Freude nach dem Frühstück zögerlich die Sonne raus. Vor der Heimfahrt standen uns noch 10 km Örtze bevor und wir kamen wesentlich eher los als am Tag zuvor (Claudi dabei? – Ja.). Sogar das Umfahren der Autos klappte wie am Schnürchen. Dafür wartete das Abenteuer dann an der Einsatzstelle am Steg in Eversen.

Ein leicht arrogant wirkender Schwan beäugte kritisch umkreisend unseren Aufbruch. Mein Vorschlag, ihm unsere DKV-Ausweise zu zeigen, als Beweis, dass wir hier zu dieser Jahreszeit auch fahren dürfen, wurde nicht erhört. Als alle auf dem Wasser waren, mischte er sich unschuldig unter die lospaddelnde Gruppe, um sich dann unauffällig zurückfallen zu lassen und hinterhältig Sebastian und Lisa von der Gruppe abzuschneiden. Er bemühte sich sehr unsensibel um Lisas Gunst und scheiterte kläglich. Hocherhobenen Hauptes glitt er daraufhin von dannen und Lisa stand die durchgemachte Angst ins Gesicht geschrieben. Lieber 30 Bootsrutschen und 150 Bäume als ein Schwan.

Ansonsten war die Örtze weniger aufregend als die Lachte, aber wirklich sehr idyllisch. Im zweiten Teil der Strecke lagen dann mehrere Bäume so quer, dass kein Durchkommen möglich war. Wir nutzten das Umtragen der Boote für ein gemütliche Pause. Das anschließende Einsteigen war eine kleine akrobatische Herausforderung, welche jedoch alle bestens bewältigten.

Auf den letzten Metern gelang es mir, die Fortsetzungsgeschichte für die treuen Zuhörerinnen Lisa und Anette zu einem Happy End zu bringen. In Wolthausen angekommen gab es dann noch ein abschließendes Gruppenfoto bevor sich die Teilnehmer auf verschiedene Fahrzeuge verteilten und seufzend zur Kenntnis nahmen, dass das schöne Wochenende schon wieder vorbei war. Wo ist Claudi? – Schon weg.

Nochmal! Und: Ganz herzlichen Dank an Peter und Sebastian für die Organisation!

Tag 1: rot
Tag 2: blau


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Text: Julia
Fotos: Peter

26. Weser-Tidenrallye

Jedes zweite Jahr findet die Tidenrallye auf der Weser statt. Das ist ja eigentlich gar nicht so weit weg vom NSB, oder? Wieso also nicht mal vom Heimatverein lospaddeln! Leider fand sich nur niemand vom NSB, der die ganze Aktion mitmachen wollte (zugegeben – die Idee war etwas kurzfristig). Dafür konnte ich Rainer aus meinem Stader Verein für die Tour begeistern.

Die Anfahrt von Stade nach Bremen war vatertagsbedingt etwas gefährlicher als sonst und wir mussten immer wieder schwankenden Fahrrädern und unzurechnungsfähigen Fußgängern ausweichen. Beim NSB angekommen waren die Boote schnell beladen und wir glitten über die kleine Wümme; begleitet vom Gröhlen der Väter und derer, die es noch werden wollen sowie von einigen vom rechten Weg abgekommenen Frauen. Unsere Seekajaks wirkten etwas deplatziert auf der schmalen kleinen Wümme, aber Ziel war ja auch die Weser.

Die kleine Schleuse wurde von unermüdlichen Jugendlichen bedient, die wir mit Müsliriegeln bezahlten; bei der Schleuse von Dammsiel mussten wir kaum warten und waren schnell auf der Wümme. Diese war gespickt mit Bierflaschen (Merken: nächstes Jahr Vatertag mit dem Kanadier Pfandflaschen sammeln und ein Vermögen machen), machte jedoch noch keine rechten Anzeichen, in die gewünschte Richtung zu fließen. Stauwasser. Wir brauchten aber nicht lang zu paddeln bis die einsetzende Ebbe uns erfasste und zügig Richtung Lesum schob.

Am imposanten Schulschiff trieben wir vorbei auf die Weser, die uns mit einigen Kabbelwellen begrüßte. Bis Rönnebeck, unserem ersten Ziel, war es nicht mehr weit. Mit Blick auf “Dock 3” bauten wir die Zelte auf und beobachteten die Vorbereitungen des Silberziels der Tidenrallye. Es war empfindlich kalt und wir verzogen uns bald in die Zelte.

Am nächsten Morgen punkt 8:00 Uhr wurden wir, wie uns angekündigt worden war, durch das Getöse eines Hochdruckreinigers geweckt – für die Tidenrallye muss es schier sein. Dann hieß es warte, warten, warten… bis Tristan kommt und das Wasser in die richtige Richtung läuft. Kurz nach Mittag war es soweit und unsere zu drei Leuten angewachsene Gruppe stach in die Weser. Tristan paddelte seinen Zweier allein, um am nächsten Tag Olaf (vom KSF) für die Tidenrallye zu sich ins Boot nehmen zu können.

Mit ungefähr 4 Bft. von achtern bauten sich nette Wellen auf, die man zum Teil abreiten konnte. Tristan nutzte den Wind außerdem, um seine Konstruktion eines verstärkten Regenschirms zu testen – mit erstaunlichem Erfolg. Das zog ganz gut.

Unsere Geschwindigkeiten mit Durchschnitt und Spitzen wurden natürlich gebannt auf dem GPS verfolgt:
Bremen-Nordenham: 3h 34min, 09,5 km/h Ø, 14,5 km/h max
Nordenham-Bremen: 4h 27min, 10,0 km/h Ø, 13,4 km/h max

Schneller als erwartet kamen wir in Nordenham an. Dort standen schon viele Zelte und es roch verlockend nach Grill. Eine Wurst und ein paar Alster später gab es eine Sicherheitsschulung zum Thema Kälte mit neuen spannenden Erkenntnissen, die leider nicht bei allen auf Interesse traf.

Die folgende Nacht war eher wenig erholsam, da eine Party den Zeltplatz mit Gelächter und Musik beschallte und (kaum war das verstummt) morgens um 6 Uhr schon die ersten Frühaufsteher Krach machten. Hallo?! Der Start ist um 10:00 Uhr!

Die Zeltwiese leerte sich im Laufe des Morgens und das Hafenbecken füllte sich mit den unterschiedlichsten Kanuten und DLRG-Fahrzeugen. Als dann die Rede des LKV-Vorsitzenden zu einem Ende kam, durften wir endlich los. Hunderte von Paddlern schoben sich auf die Weser, wo sich das Feld relativ schnell in die Länge zog. Rainer und Tristan mit Olaf ließen mich bald zurück und ich schaltete meinen “Langstrecken-Paddel-Modus” ein. Nicht denken, nur paddeln und die Stimmung genießen. Es wehte kaum Wind und je näher wir Bremen kamen desto mehr riss die Wolkendecke auf.

Nach knapp vier Stunden wurde ich aus meiner Paddeltrance gerissen, weil ich mit anderen gemeinsam vor der Querung in die Lesummündung ein Schiff abwarten musste. Da traf ich dann zu meiner Freude Tristan und Olaf wieder. Die letzten Meter bewältigten wir gemeinsam. Beim Goldziel (Tura) angekommen holten wir uns die wohlverdienten Medaillen ab und begossen unser Ankommen mit verschiedenen Getränken. Rainer war bereits 45 Minuten vor uns angelandet – als neunter. Hut ab!

Nach und nach leerte sich die Wiesenfläche von Tura. Tristan und Olaf fuhren per Auto nach Hause. Das ein oder andere Zelt wurde noch aufgebaut, das ein oder andere Bier getrunken und schließlich verkrochen sich alle in ihre Schlafsäcke.

Am nächsten Morgen packten Rainer und ich das letzte Mal für diese Tour unsere Zelte zusammen und machten uns auf den Weg zurück zum NSB, diesmal über Kuhsiel. Leider hatte ich das mit der Tide nicht richtig eingeschätzt und wir paddelten die ganze endlos erscheinende Strecke im Stauwasser. In Kuhsiel wartete Tristan bereits auf uns, um uns die letzten Kilometer zu begleiten und uns das lange Elend des Kuhgrabens durch Ablenkung erträglich zu machen (Danke dafür!).

Nach 130 km in vier Tagen kamen wir schließlich wieder beim NSB an. Boote aufladen und zurück gen Norden… Der Muskelkater ist inzwischen den Muskeln gewichen, die Blasen an den Händen der Hornhaut und ich freue mich schon auf 2014.

Bremen-Nordenham = blau
Nordenham-Bremen = gelb


26. Weser Tidenrallye auf einer größeren Karte anzeigen

Text und Fotos von Julia